Spielbank Wiesbaden bleibt bei bisherigem Betreiber bis mindestens 2036

Spielbank Wiesbaden bleibt bei bisherigem Betreiber bis mindestens 2036
Spielbank Wiesbaden bleibt bei bisherigem Betreiber bis mindestens 2036 | Bild: Stadt Wiesbaden

Nach einem europaweiten Vergabeverfahren bleibt die Spielbank Wiesbaden bei der bisherigen Betreiberin. Die neue Konzession beginnt am 1. Januar 2026 und läuft zunächst zehn Jahre mit der Möglichkeit einer einmaligen Verlängerung um weitere fünf Jahre. Die Stadt nennt die Entscheidung einen Schritt zur Sicherung des Spielbetriebs und zur Planungssicherheit für das Kurhaus.

Entscheidung und Laufzeit

Die Stadt Wiesbaden hat den Betrieb der Spielbank erneut der Spielbank Wiesbaden GmbH & Co KG übertragen. Die bisherige Konzession endet zum Jahresende, die neue Vereinbarung gilt ab 1. Januar 2026 für zehn Jahre und kann einmal um fünf Jahre verlängert werden. Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin Christiane Hinninger betonte, die Fortsetzung der Zusammenarbeit schaffe Planungssicherheit für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre und sichere den Spielbetrieb in öffentlicher Hand im historischen Kurhaus.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende verwies auf die Bedeutung der Spielbank für die Stadtidentität. Er erinnerte an die lange Geschichte des Hauses mit einem beginnenden Roulettespielbetrieb im Jahr 1771 und nannte die Spielbank einen Teil der Wiesbadener DNA, der die Strahlkraft des Kurhauses und der Stadt über die Region hinaus erhalte. Der Geschäftsführer der Konzessionärin Andreas Krautwald äußerte die Erwartung, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen zu können.

Vergabeverfahren und Auflagen

Die Ausschreibungsunterlagen wurden nach Angaben der Stadt bereits im Frühjahr 2024 erarbeitet und vor knapp einem Jahr veröffentlicht. Die zahlreichen Anforderungen des europaweiten Verfahrens beinhalteten unter anderem die Beibehaltung des bisherigen Spielkonzepts mit dem klassischen Spiel und dem feierlichen Ambiente. Ziel war es, die herausgehobene Marktstellung des Hauses zu sichern; die Spielbank zählt nach Angaben der Betreiber zu den Top fünf in Deutschland.

Ein weiterer Schwerpunkt der Vergabe war der Spielerschutz. Stadt und Betreiber haben demnach ein Konzept zur Suchtprävention ausgearbeitet, das den Vorgaben des Hessischen Glücksspielstaatsvertrags entsprechen soll. Sämtliche Schritte des Verfahrens seien in enger Abstimmung mit der zuständigen Glücksspielaufsicht im Hessischen Innenministerium erfolgt, teilte die Stadt mit.

Betrieb, Angebot und Gemeinwohlleistungen

Die Spielbank Wiesbaden gehört mit mehr als 250 Jahren zu den ältesten in Deutschland. Seit 1985 befindet sie sich im ehemaligen Weinsaal des Kurhauses. Angeboten werden laut Betreiber Roulette und American Roulette, Roulight, Black Jack sowie Poker. Das Automatenspiel mit rund 220 Spielautomaten ist in der Kurhauskolonnade untergebracht. Außerdem bietet die Spielbank gemeinsam mit dem Kurhaus spezielle Incentives für Firmen an, etwa Club-Roulette mit separatem Spieltisch und Croupier.

Die Stadt und die Betreiberin haben vereinbart, die bisherigen jährlichen Abgaben zur Förderung gemeinwohlorientierter Projekte vollständig fortzuführen. Namentlich genannt wurden die Unterstützung innovativer medizinischer Entwicklungen mit dem Rheumapreis, kulturelle Förderungen wie der Jawlensky-Preis, der Preis der Spielbank Wiesbaden für das Pfingstturnier sowie Unterstützung für die Sporthilfe. Zusätzlich soll künftig ein höherer Betrag für ökologische Maßnahmen und Projekte zum Klima- und Artenschutz bereitgestellt werden.

Mit der Vergabe ist der Stadt zufolge sichergestellt, dass der Spielbetrieb über die Jahreswende hinaus ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann. Die Stadt dankte der zuständigen Glücksspielaufsicht für die Zusammenarbeit bei dem Verfahren.

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Redaktion Kelsterbacher Blatt 64 Artikel
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