Wiesbaden beginnt Bau eines autofreien Quartiers mit 222 Wohnungen und klimaschonender Technik

Wiesbaden beginnt Bau eines autofreien Quartiers mit 222 Wohnungen und klimaschonender Technik
Wiesbaden beginnt Bau eines autofreien Quartiers mit 222 Wohnungen und klimaschonender Technik | Bild: Stadt Wiesbaden

Die Wiesbadener Wohnbaugesellschaft GWW hat am 13. August den offiziellen Baustart für ein neues Wohnquartier in Kostheim gefeiert. In den drei vorgesehenen Bauabschnitten sollen bis Ende 2028 insgesamt 222 Mietwohnungen auf einer Gesamtwohnfläche von rund 18 529 Quadratmetern entstehen. Anwesend waren Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Verwaltung sowie Beteiligte aus Planung und Versorgung.

Aufteilung der Bauabschnitte und Wohnangebote

Das Quartier wird aus acht Mehrfamilienhäusern bestehen. Der erste Bauabschnitt liegt an der Bahnlinie und bildet den südlichen Abschluss. Dort sind 74 Mietwohnungen in drei Gebäuden geplant sowie zwei Clusterwohnungen mit jeweils sechs Appartements für gemeinschaftliches Wohnen. Die Fassaden sind als Holzfassaden vorgesehen, verantwortlich ist das Büro ROSA WIRTZ ARCHITEKTUR PARTG MBB.

Der zweite Bauabschnitt orientiert sich zur Kostheimer Landstraße. Hier sollen 115 Mietwohnungen in drei Gebäuden entstehen. Ergänzt werden sie durch eine Gewerbeeinheit zur Straße, ein Coworking Büro und eine neue GWW Außenstelle für die Bezirke Amöneburg, Kastel und Kostheim. Die Planung stammt von ENDERSWEISSBANGERT Architekten und Stadtplaner Partnerschaft mbB BDA.

Im dritten Bauabschnitt sind 33 Wohnungen in zwei Gebäuden vorgesehen, darunter Maisonettewohnungen. In der Quartiersmitte ist ein Kopfbau mit einer zweigeschossigen, vierzügigen Kindertagesstätte geplant. Vor der Kita entsteht ein Quartiersplatz mit Wasserspiel und Sitzbereichen, gestaltet vom Büro KISSLER EFFGEN + PARTNER Architekten PartG mbB.

Energieversorgung und Klimaschutz

Die Wärmeversorgung des Quartiers übernimmt die ESWE Versorgungs AG mit einem Kalten Nahwärmenetz. Dafür werden 120 Erdwärmesonden bis in Tiefen von bis zu 110 Metern installiert. Über ein Verteilnetz wird Umweltwärme zu den Gebäuden transportiert, dort bringen dezentrale Wärmepumpen die Energie auf das benötigte Temperaturniveau. Im Sommer kann überschüssige Wärme in das Netz eingespeist und im Erdreich gespeichert werden.

Die GWW plant großflächige Photovoltaik Anlagen auf den Flachdächern, um den Mietenden günstigen Mieterstrom zur Verfügung zu stellen. Außerdem sind intensive Dachbegrünungen als Retentionsflächen vorgesehen. Regenwasser wird über Mulden und Rigolen auf dem Grundstück versickert, um die städtische Kanalisation bei Starkregen zu entlasten.

Infrastruktur und Mobilität

Das Quartier ist als autofrei konzipiert. KFZ Stellplätze werden gebündelt in einer Hochgarage am Quartierseingang untergebracht, dort sind E Ladestationen vorgesehen. Ergänzend sind Angebote für Carsharing, E Lastenräder und Leihfahrräder geplant. Auf dem Dach der Hochgarage ist ein Sportangebot vorgesehen, um Außenflächen für Bewegung zu schaffen.

Soziale Ausstattung und öffentliche Räume

Mindestens 30 Prozent der Wohnungen sind als geförderter Mietwohnungsbau geplant. Insgesamt werden 67 Wohnungen mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum gefördert, die Förderquote beträgt 30,2 Prozent.

Parallel zum Wohnungsbau entsteht ein neues Bürgerhaus für Kastel und Kostheim, als Ersatz für veraltete Gebäude der Ortsteile. Das Hochbauamt der Landeshauptstadt Wiesbaden verantwortet die Planung und Ausführung. Der Neubau bietet flexible Veranstaltungsräume, einen rund 765 Quadratmeter großen Saal für bis zu 800 Personen sowie Clubräume, einen Mehrgenerationentreff und einen grünen Freiraum im Obergeschoss. Vereine, Verbände und die Volkshochschule sollen dort künftig Räume finden.

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Redaktion Kelsterbacher Blatt 120 Artikel
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